Sankt Martin: Warum feiern wir den Martinstag?

Warum feiern wir St. Martin? Was hat der Feiertag mit der St. Martinsgans zu tun?

Jedes Jahr am 11. November kann man viele süße Kinder mit bunten Laternen auf den dunklen Straßen hinter einem Reiter mit einem roten Umhang sehen. „Laterne, Laterne…“ ertönt aus jeder Ecke der Stadt. Jedes Kind lernt diese Lieder schon im Kindergarten kennen. Aber wer war dieser Reiter St. Martin wirklich? Was hat er gemacht und wieso verbinden wir automatisch Gänsebraten und Laternenumzüge mit diesem Heiligen?

Sankt Martin: Wer war er eigentlich?

St. Martin ist einer der bekanntesten Heiligen der Kirche. Sein bürgerlicher Name war Martin von Tours. Martin wurde im Jahr 316 nach Christus geboren und wurde auf Wunsch seines Vaters, der ein römischer Offizier war, zum Soldaten.

Als Kind kam er mit Christentum in Berührung und trotz des harten Lebens als Soldat hat er seinen Glauben nicht verloren. Noch vor der ersten Schlacht bat er um die Entlassung aus dem Armeedienst. Dabei betrachtete er nicht als stolzer Soldat des römischen Reiches, sondern nannte sich „Soldat Christi“. Er wurde im Alter von 40 Jahren nach 25 Jahren im Dienst offiziell aus dem Dienst entlassen. Ab da konnte er endlich frei seinen Glauben ausleben.

Laut der Überlieferung soll sich die Legende zugetragen haben, während Martin bei Amiens in Frankreich auf seinem Pferd an einem frierendem und hungrigem Bettler vorbeiritt. Der Bettler trug keine Kleidung und Martin hatte so Mitleid mit ihm, dass er unbedingt was tun wollte. Leider hatte der Soldat nichts selber außer seinem Schwert und seinem roten Mantel. So teilte er einfach den Mantel mit seiner Waffe und gab eine Hälfte dem armen Mann.

In der folgenden Nacht hatte Martin eine Vision, in der der Bettler sich als Jesus Christus zu erkennen gab.

Teilen macht die Welt ein Stück besser

Eigentlich sollte man jeden Tag versuchen, etwas Gutes zu tun. Aber Sankt Martin ist einfach perfekter Anlass dafür, die Welt liebevoller und wärmer zu gestalten wie der Heilige.

Martin nach seiner Entlassung aus dem Armeedienst wurde zum Bischof von Tours. Noch 30 Jahre seines Lebens konnte er Liebe und Wunder der Menschheit schenken. Er kümmerte sich um Soldaten, Bettler und Tiere. Leider verstarb er am 11. November 397 n.Ch. Und wurde von der Kirche heiliggesprochen.

Viele Leute und ganze Berufsgruppen halten ihn heute für einen Schutzpatron.

Wieso wurde Gänsebraten zur Tradition?

Laternen, am besten selbst gebastelt, die im Dunkeln leuchten, gehören zu St. Martin dazu.
Laternenlicht in der dunklen Jahreszeit bringt Hoffnung.

Die Tradition zum Verspeisen eines Gänsebratens an diesem Tag geht auf weitere Überlieferung zurück: Als Martin zum Bischof von Tours ernannt werden sollte, versteckte er sich in einem Gänsestall. Der bescheidene Mann hielt sich nicht für würdig genug, diesen Posten zu besetzen.

Hätte das laute Geschnatter von den Gänsen nicht verraten, hätte er nie das Bischofsamt angenommen. Deswegen bereitet man an diesem Tag eine „Martinsgans“ zu.

Eine andere Version als Grund für den alten Brauch ist noch eine interessante Geschichte: Die Gänse wurden gefangen und gebraten als Strafe, als diese in die Kirche hereingingen und mit dem lauten Geschnatter den Gottesdienst sabotiert haben.

Theologen und Historiker haben jedoch eine ganz andere Vermutung. Martinstag wird am 11. November gefeiert, an diesem Tag wurde er bestattet. Aber zu der damaligen Zeit existierte an diesem Tag ein anderer Feiertag: der Bauernfeiertag. Dieser Tag kennzeichnete das Ende von der Feldarbeit und das Zahlen der Pacht. Damals war es übrig die Abgaben mit den Lebensmitteln zu bezahlen. Oft wurden dafür Gänse verwendet, da sie im November groß genug für die Schlacht waren.

Warum gibt es Martinsumzügen mit Laternen?

Im Christentum sind Umzüge mit Lichtern nicht ungewöhnlich. Schon damals wurden die Heiligen auf diese Weise geehrt. Nach dem Tod von Sankt Martin sollte seine Leiche in einem Boot nach Tours überführt werden. Dieses Ereignis wurde ebenfalls von einer Lichterprozession begleitet.

Eine andere Version führt auf das Ende der Erntezeit. Die abgeernteten Felder wurden in einer Fackel aus ausgehöhlten Rüben und Stroh angezündet und durch die Straßen abends getragen.

Später wurde auf diese Weise auch Martinsfeuer angezündet. Viele Regionen hatten damals aber nur Holzhäuser, deswegen wurde im 19. Jahrhundert das Feuer zu einer kleinen Laterne. So sind die Laternenumzüge entstanden.

Die Laternenumzüge mit Lampions und Kindern, die einem Reiter folgen, sind noch ziemlich neu. Zum ersten Mal fanden diese in Niederrhein statt, weil die Geschichte verständlich für jeden nachgespielt werden sollte. Die Bevölkerung nahm diesen neuen Brauch so gut an, dass es sich rasant in ganz Deutschland und Europa verbreitet hat.

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