Kategorie: Unsere Umwelt

Upcycling: aus alter Kleidung werden neue Taschen

Aus einem alten Kleidungsstück eine schicke Tasche zu nähen ist einfacher als gedacht. Man nehme eine Hose, trenne sie komplett auf und nähe sie neu zusammen. Innen wird ein schicker passender Stoff eingenäht. Jetzt vielleicht noch ein Träger oder ein paar Ösen und Nieten und fertig ist eine tolle Tasche.

Auch Hemden und Blusen können upgecycelt werden. Nicht nur Hosen können sich in Taschen verwandeln. Aus einer Bluse oder einem Hemd kann ein cooler Turnbeutel werden. Ein T-Shirt kann sich in einen coolen Knotenbeutel verwandeln.

Einen coolen Turnbeutel selber nähen

Ein upgecycleter Turnbeutel ist ein absolutes Designerstück. Diesen Turnbeutel hast nur Du und er ist nach Deinem individuellen Geschmack entstanden. Ein upgecycleter Turnbeutel benötigt nicht mal eine Nähmaschine. Ganz nebenbei schont es die Umwelt und spart Müll.

Modedesignerin Tabea Börner verrät, wie es funktioniert

Suche im Kleiderschrank nach einem alten Hemd, welches nicht mehr getragen wird. Gibt der Kleiderschrank nicht das passende her, lohnt sich ein Besuch auf einem Flohmarkt oder in einem Second-Hand-Laden. Neben dem Hemd werden ein Faden, eine Schere, eine Nadel und eine Sicherheitsnadel benötigt. Sind alle nötigen Sachen versammelt benötigt es ein bisschen Geschick und etwa eine Stunde Zeit.

Das Zuschneiden

Entweder es geht mit Augenmaß oder es wird eine Schablone genutzt. Die Schablone sollte aus einem Blatt in der Größe Din A3 bestehen. Zwei Din A4 Blätter nebeneinander ergeben Din A3. Jetzt einfach um die Schablone herumschneiden. Vergieß die Nahtzugabe dabei nicht. Die Nahtzugabe sollte in etwa drei Zentimeter betragen, dann kann dort später eine Kordel eingezogen werden. Gibt es womöglich eine Turntasche als Vorbild, kann das Schnittmuster sich nach diesem Vorbild richten. Verwahre die Ärmel auf, diese werden später noch benötigt. Sicherheitshalber hebe alle Reste des Hemdes, bis der Turnbeutel fertig ist, auf.

Weitere Vorbereitungen

Nun liegen zwei Rechtecke bereit. Die Rechtecke bestehen aus der Vorderseite und dem Rückenteil des verwendeten Hemdes. Die unteren Ecken des Rechtecks sollten schräg abgeschnitten werden, so lassen sich später die Träger besser annähen.

Die Knopfleiste

Durch die Knopfleiste könnten kleine Teile den Turnbeutel unerwünschter Weise verlassen. Um dieses zu vermeiden, wird als Erstes die Knopfleiste zugenäht.

Der obere Saum

Oben an den Rechtecken einen Saum arbeiten. Dazu etwa drei Zentimeter nach innen einklappen. Hier soll die Kordel durchgezogen werden und die Träger sollen befestigt werden. Der Saum sollte gerade zugenäht werden. Die Öffnung für die Kordel kann mit ein paar Stichen versäubert werden.

Das Zusammennähen

Die Rechtecke sollten so zusammengelegt werden, dass die beiden linken Seiten aufeinanderliegen. Jetzt wird die rechte Seite, die linke Seite und unten zusammennähen. Die abgeschnitten Ecken bleiben offen. Wichtig: Die Öffnungen für die Kordel müssen offen bleiben.

Nun kommen die Träger an die Reihe

Mit den Trägern ist der komplizierteste Teil an der Reihe. Hier werden die verwahrten Ärmel des Hemdes benötigt. Schneide aus den Resten fünf Zentimeter breite Streifen zu. Wie lang ein Träger werden sollte, richtet sich nach der individuellen Körpergröße des Nutzers. Hier können mehrere Streifen an der schmalen Seite zusammengenäht werden, damit ein Träger entsteht, der lang genug ist. Nun werden die Träger an der langen Seite zusammengenäht, dazu werden sie mit den rechten Seiten aufeinandergelegt. Der Schlauch wird nun auf rechts gedreht. Dazu kann ein Holzstäbchen extrem hilfreich sein. Wenn die Lösung mit dem Träger nicht gefällt, kann auch eine Kordel als Träger verwendet werden. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Die letzten Handgriffe

Die fertigen Träger werden nun in den zuvor umgenähten Saum des Beutels eingezogen. Der eine Träger von rechts und der andere Träger von links. So schauen an jeder Öffnung zwei Träger heraus, einer geht rein, der andere geht raus. Nun kann der Beutel wie mit einer Schlinge zugezogen werden. Die Enden der Träger sollten gleich lang sein. Nun den Beutel so drehen, dass das Innere nach außen kommt. Die Enden der Träger werden nun durch die Lücke am unteren Ende des Beutels gezogen und mit mehrmaligem übernähen fixiert. Auf der anderen Seite passiert das Gleiche. Den Beutel wieder wenden, fertig.

1 Woche ohne Plastik

Heute ist ein plastiktütenfreier Tag und aus diesem Anlass mehr zu diesem wichtigen Thema: Ein Woche ohne Plastik hört sich einfach an. Aber Plastik findet sich in unserem Leben überall, im Wasser, im Müll und sogar im Blut. Plastik überschwemmt unsere Umwelt. Allein die Plastiktüten von denen in Deutschland 10.000 Stück pro Minute ausgegeben werden. Viele Bestandteile vom Plastik sind alles andere als gut. Bisphenol A ist ein Grundstoff für Plastik und es wird vermutet, dass er das Erbgut schädigt, und wirkt wie ein Hormon. Phthalate ist ein Weichmacher, der Unfruchtbarkeit, Asthma und Diabetes begünstig.

Wo findet sich überall Plastik?

Obst und Gemüse ist gerne in Plastik verpackt. Wurst und Köse wird in Plastik verpackt, selbst wenn man es an der Theke holt. Joghurt, Pudding alles in Plastik verpackt, genau wie Toilettenpapier, Zahnpasta, Tampons oder Küchenrolle.

Ist der Bioladen eine Alternative?

Der Vorteil, die Wurst und der Käse werden in einem hauchdünnen Papier eingeschlagen. Für Obst und Gemüse gibt es Papiertüten. Positiv ist, dass kein Plastik dabei ist. Negativ ist, dass es oft wesentlich teurer ist als im herkömmlichen Geschäft mit Plastik, was sich nicht jeder leisten kann.

Immer an eine eigene Stofftasche denken

Man kann sich nicht darauf verlassen, dass es in einem Geschäft eine Papiertüte zu kaufen gibt. Hat man seinen eigenen Stoffbeutel vergessen, bleibt einem oft nur die Plastiktüte, aber es wird besser.

Mehr Gewicht, schlechte Öffnungszeiten und viele Geschäfte

Es gibt Joghurt, Milch, Mineralwasser und anderes in Glasflaschen. Damit vermeidet man Plastik, muss bei seinem Einkauf aber viel mehr Gewicht bewältigen. Ein großer Nachteil, wenn man zu Fuß oder mit dem Rad einkaufen muss. Im Supermarkt ist vieles in Plastik verpackt, will man es vermeiden, muss man in ein Fachgeschäft gehen. In einem Fachgeschäft, egal ob Schreibwarenladen oder Bioladen sind die Öffnungszeiten oft enger gesteckt als im Supermarkt, auch die Preise liegen oft höher als im Supermarkt. Manchmal erlebt man hier positive Überraschungen, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Gewohnheiten ändern!

Mit dem Ändern der Gewohnheiten, kann man ebenfalls Plastikmüll vermeiden. Ein Beispiel die Haarwäsche. Es gibt alternative Shampoos, wie Essig oder Roggenmehl. Verwendet man kein herkömmliches Shampoo, benötigt man die Plastikflasche ebenfalls nicht.

Was ist eine gute Alternative zur Plastiktüte und Plastikflasche?

Eine Papiertüte ist laut Deutscher Umwelthilfe nur dann ökologisch besser als eine Plastiktüte, wenn sie mindestens dreimal benutzt wurde. Damit die Papiertüte als Tüte taugen, müssen sie mit viel Chemie behandelt werden und ihre Herstellung benötigt viel Wasser. Das Bundesumweltamt sagt, richtig entsorgte Flaschen werden recycelt. Wasserflaschen werden weit transportiert, müssen zurücktransportiert werden und natürlich vor der neuen Nutzung gereinigt werden. Was ist da besser?

Vermeide nicht nur Plastik, vermeide auch Einweglösungen

Wer die Plastiktüte vermeidet und deswegen zur Papiertüte greift, die nicht so umweltfreundlich ist, wie sie erscheint. Eine ordentliche Tasche kostet mehr, verbrauch mehr Ressourcen, aber sie kann lange genutzt werden. Also gut überlegen und informieren, ehe man etwas ändert, damit man der Umwelt keinen Bärendienst erweist.

Nicht leicht

Der Verzicht auf Plastik ist nicht leicht. Das Plastik durch etwas zu ersetzen, was besser für die Gesundheit und die Umwelt ist, ist nicht so leicht, wie man am Anfang denkt. Wenn man die Sache mit Ruhe angeht und sich gut informiert, wird man einen Teil des Plastiks aus dem Leben nehmen können. Es wird sich immer mal wieder eine gute Alternative finden. Man muss nicht von heute auf morgen alles an Plastik aus seinem Leben verbannen. Der Versuch wird scheitern und man wird entnervt aufgeben. Das wäre schade für die Gesundheit und die Umwelt. Jedes vermiedene Plastikteil zählt.